Ja es ist wirklich HALBZEIT!
Ganz so begreifen kann ich das noch nicht. Es ist einfach schon die Hälfte meiner Zeit in Kanada um!!
Zurückblickend habe ich, glaube ich, in diesen halben Jahr schon mehr über mich gelernt, als die letzten zwei Jahre meines Lebens zusammen
Wie ich mit unerwarteten und für mich echt ganz neuem Heimweh umgehe und meine Grenzen erfahre. Das nicht immer alles so eitel Wonne in der Familie ist und ich auch mit der ein oder anderen schwierigen Situation umgehen lerne und das Beste daraus mache.
Wie ich in Sachen Erziehung mich manchmal zurückhalten musste oder mit Tommaso die ein oder andere komplizierte Situation ausdiskutierte und er mich so an meine persönliche Grenzen brachte.
Ja es war manchmal schwer, aber die positiven Momente überwiegen einfach echt so viel mehr!
Ja, es war auch bei mir der Moment da, wo ich einfach zusammenpacken und nach Hause fliegen wollte und ja, es war wirklich so. Zwar nur für einen kurzen Moment, aber dennoch.
Gott sei Dank ist der Gedanken so schnell wie er gekommen ist auch wieder verflogen!
Obwohl der Abschied von Familie und Freunde und auch der Start hier in Kanada echt schwer waren genieße ich jetzt umso mehr jede einzelne Minute. Sei es mit meiner Familie hier, meinen neu gewonnenen Freunden oder meinen Pfadfindern.
Ich habe gelernt, viel offener auf neue Leute zuzugehen, sie anzusprechen und Hilfsbereiter zu sein.
Besonders am Anfang mit den ganzen neuen Aupairs hier. Man hat keinen gekannt und man hat sich einfach blindäugig mit denjenigen getroffen. Umso mehr freu ich mich zu sagen, dass obwohl ich alle jetzt „nur“ 5 Monate kenne, es sich anfühlt, als ob ich sie schon mein ganzes Leben kenne. Wir teilen doch viele gleiche Probleme und da ist es manchmal echt Balsam für die Seele einfach sich auf einen Kaffee zu treffen und zu quatschen.
Ich bin einfach unendlich froh diesen Schritt gewagt zu haben und einfach mal ein bisschen die Welt zu erkunden.
Selbständig etwas zu organisieren und auf sich gestellt zu sein, ohne das dich die Mama beim Hinausgehen jedes Mal fragt, ob du eh noch eine Strumpfhose anhast, denn es könnte kalt sein. Ja dann hast du’s eben vergessen und frierst jetzt. Dafür hast du wieder eine neue Lektion gelernt:
„Geh im Winter in Kanada (außer es hat nur -5° upgoing) NIE ohne Strumpfhose oder warmen Socken aus dem Haus.“
So und jetzt zu den Hardfacts bis dato:
- 171 Tage in Kanada
- 1 mal Umgezogen
- den „Indian Summer“ genossen
- New York City erforscht
- 2 mal Toronto besucht
- 2 mal Quebec City besucht
- Adventmarkt in Quebec City erkundet
- Die Niagarafälle bewundert
- big reunion mit Hanna und Sabine in Toronto
- Einer Pfadigruppe beigetreten
- An 2 Wochenendlager teilgenommen
- Mont Tremblant zu Fuß erklommen
- Snowtubing bei -18°
- 3 paar neue Schuhe gekauft
- Zuuu oft shoppen gewesen
- Zuu viel Poutine gegessen (obwohl Poutine geht immer)

Montreal 
Quebec City 
NYC 
Toronto reunion
Das nächste halbe Jahr wird wie im Flug vergehen. So viele coole und spannende Sachen werden passieren. Friends aus Ösiländ kommen mich besuchen, ich werde noch nach Boston und Ottawa fahren, sowie zu Ostern werden meine Eltern und meine Schwester kommen. Kurz darauf wird das Baby von meiner Gastmama auf die Welt kommen und dann ist eh schon mein Aupairlife in Montreal vorbei und meine Tante und mein Bruder kommen rüber und wir machen gemeinsam die Westcoast unsicher.
Dieses halbe Jahr war wirklich eines von meinen bisher geilsten/besten Erlebnisse und Abenteuer in meinem Leben. Klar hinterfragte ich mich, warum ich das hier überhaupt mache und warum ich hier bin, zu Hause könnte ich doch schon längst studieren etc. Naja die Antwort darauf hab ich mir selbst schnell geben können.
Wenn ich nicht ins Ausland gegangen wäre hätte ich dies mein ganzes Leben bereut und mich immer selbstbemitleidet diesen Schritt nicht gewagt zu haben!!
Bis bald
Eure Magda

golden autumn… 
…end of November… 
…beginning of January




