Die ersten Wochen als
Au-Pair
Hallo, Zeawas und Grias di!
Am großen Saint Lorenz Fluss sitzend schreibe ich nun diesen Blog und lasse diese atemberaubende Landschaft auf mich wirken.
Meine ersten beiden Arbeitswochen sind wie im Flug vergangen. Gerade saß ich noch im Flieger und fragte mich, wie wohl meine Arbeit sein würde. Jetzt bin ich bald schon 3 Wochen hier, fast ein Monat ist schon um! Whaaat!
Aber ich sags euch, die Wochen vergehen deswegen so schnell, weil es echt anstrengend ist. Ohne jetzt komisch zu klingen, aber so ein Au-Pair Alltag hat es wirklich in sich. Es ist gar nicht so einfach, einen vierjährigen Jungen mit wirklich, wirklich, wirklich viel Energie immer zu bespaßen und dabei auch noch jede 10 Minuten etwas anderes und neues für ihn aus dem Ärmel zu schütteln.
Um ehrlich zu sein war es für mich am Anfang sehr schwer mit dieser neuen Situation klar zukommen, da ich es einfach nicht gewohnt bin, meine ganze Energie für nur ein Kind aufzubrauchen. Letzte Woche habe ich ungelogen jeden Tag mindestens 9 Stunden geschlafen, weil ich einfach am Abend sowas von fertig ins Bett gefallen bin da einfach wirklich jeder Tag aufs Neue so kraftraubend war.
Jeden Tag wird ein anderer Park erkundet, denn wir sind noch nicht im neuen Haus und ich kann ihn nicht fünf Stunden lang in der Wohnung beschäftigen.
Dank Tommaso ist mein Wissen über Bagger, Autos, Kränen und den ganzen anderen Baustellen Kram erweitert worden. Ich meine, ich kenne mich da zwar schon ein bisschen aus, Grüße gehen raus an meine Nachbarn, die mich in meiner Kindergarten- und Volksschulzeit in dieser Hinsicht seeeehr viel gelehrt haben, aber diese Woche gab ich mir die komplette Dröhnung Baustellenwissen.
Nach diesem Jahr werde ich einfach der Pro sein wenn es um Baustellen, Bagger, Kränen, und so weiter geht!
In dieser Woche ist mir auch erst aufgefallen, wie schön es eigentlich ist und welch ein Glück ich eigentlich habe, zwei Geschwister zu Hause zu haben, obwohl die mir manchmal echt auf den Geist gehen. Man hat halt immer wen zum Spielen und alles ist einfach so viel schöner wenn man nicht alleine ist.
Deswegen ist die Erziehung hier, ich sags mal so, anders. 😀
Die Kinder werden hier halt wirklich sehr verwöhnt von den Eltern, also zumindest viele Kinder.
Mein Host-Kid Tommaso ist und bleibt halt immer der kleine Engel oder besser gesagt: „Mi amore“ der Eltern.

everyday is parcday 
ob Sonnenschein… 
… oder Regen
Zu Beginn war es wirklich schwer eine Beziehung zu Tommaso aufzubauen, da ich seine Grenzen testen wollte und er nicht so ganz verstanden hat, warum ich immer will, dass er „Bitte“ und „Danke“ sagt.
Naja da kommt halt doch die Pädagogin in mir hervor, ich kann halt nicht anders.
Mit der Zeit konnte ich aber eine wirklich gute uns sichere Bindung zu ihm aufbauen (#didaktikIsCalling) und ich glaube er fühlt sich sehr wohl, wenn wir unterwegs sind und gemeinsam Zeit verbringen.
Meine Grenzen steckte ich für ihn auch relativ klar ab und ich verdeutlichte ihm in der letzten Woche sehr oft was ich absolut gar nicht okay finde.
Gegen Ende der Woche wurde es immer besser und ich bin richtig froh, jetzt Teil dieser Familie zu sein!
Es passt wirklich mega gut, sie verstehen wenn ich am Abend lieber ins Zimmer verschwinde um Netflix zu schauen, anstatt auf der Couch zu sitzen und mir Cartoons mit Tommaso reinzuziehen. Wir haben auch immer super und vor allem interessante Gesprächsthemen. Sie interessieren sich wirklich für mich, sind immer bereit mir zu helfen und ich glaube wir sind schon wirklich ein tolles Team geworden.
Sie freuen sich auch immer so sehr für mich, wenn ich mich wieder mit neuen Leuten treffe, da sie einfach auch merken wie gut es mir dabei geht!
Wir verstehen uns so super gut, alles passt einfach. Auch das anfängliche Problem, dass so viel italienisch gesprochen wird ist mittlerweile so gut wie weg, denn ich habe schon ein ganz gutes Vokabular an italienischen Worten aufgebaut! Also fast zumindest 😉 Wenn ich heimkomme, werde ich diese Sprache einfach fließend beherrschen!
Auch die Bedenken zu Beginn, dass ich mich nicht socializen und keine Freunde finden könnte, habe ich, so glaube ich zumindest, den Leuten zu Hause die Ohren vollgesudert. Aber jetzt kann ich euch sagen, ihr braucht keine Bedenken mehr zu haben, denn ich werde euch damit nicht mehr vollsudern. Ich glaube, ich habe bis jetzt eine ganz gute Community um mich aufgebaut.
Am Anfang war ich wirklich total enttäuscht, dass kein anderes Aupair direkt in Montreal wohnt, aber durch viele surfend im Internet verbrachte Stunden und durch etlichen Facebook Gruppen bin ich draufgekommen, dass eigentlich echt viele Au-Pairs in Montreal und Umgebung sind. Man braucht sogar schon zwei Hände um sie alle abzuzählen! Wuhuuu
Das ist so cool, weil alle so dermaßen offen sind und sich einfach fast jeder „just for fun“ mit dir trifft, ohne dich vorher je gesehen zu haben!
Aber die Treffen sind immer besonders lustig, da ich mich als einzige Österreicherin behaupten muss! Ich versuche wirklich schön Hochdeutsch zu reden, aber das ein oder andere Mal kann ich halt nicht anders und da kommt dann mein Dialekt durch. Natürlich zur großen Freude der Anderen.
Letztes Wochenende habe ich mich mit Lea super spontan in einem Nationalpark getroffen (Anmerkung: kurze Hose, 26 Grad). Das war sooooo wunderschön! Wir haben uns ein Kanu ausgeliehen, echt 4 Stunden durchgeratscht und uns super gut verstanden. Der Nationalpark war zwar nur klein aber wirklich sehenswert. Da konnte ich das erste Mal so richtig das kanadische Feeling in mich aufsaugen.
Laut dem Infopoint im Nationalpark ist da auch ein Schigebiet dabei, aber ich sags euch ich habe so gelacht wie ich das gesehen habe.
Nichts zum Vergleich zu Österreich. Da waren zwei Lifte und drei Hänge, so lange wie die Schlepplifte für Anfänger bei uns in den Schigebieten.
Lea und ich haben uns sofort noch einmal ein Treffen ausgemacht, da es einfach so lustig war. Es wird also passieren, dass ich zu ihr nach Drummondville fahren werde.


das ist übrigens Lea
Eine total französische Stadt mit wenigen Leute die Englisch sprechen, aber wirklich nett, klein und lieb. Ganz zum Kontrast zur Großstadt Montreal. Ich hab mich richtig wohlgefühlt, es nicht so viel Trubel und wirklich ziemlich ruhig und leise – also zumindest leiser.
Auch unglaublich wie schnell es hier in Kanada abkühlt. Letzte Woche noch 26 Grad und jetzt sitze ich mit Pullover und Jeansjacke da und mir ist immer noch kalt.
Da hier keine Berge sind und die ganzen Wolken nur so entlangziehen können, passiert es dann auch, dass es an einem Tag am Vormittag wie aus Eimern schüttet und eine halbe Stunde später herrscht plötzlich strahlend schöner Sonnenschein, als hätte es nie geregnet. Das ist echt super komisch.
Die Woche war auch ziemlich turbulent was meine Bankkarten und Finanzen angeht. Erfahre ich am Dienstag, dass mein Online-Bankaccount von hier gesperrt ist, weil ich ein Huawei Handy besitze und da irgendwas nicht passt und es deswegen bis auf weiteres gesperrt ist.
Dann am Donnerstag, wo ich eigentlich die Flüge für Costa Rica buchen wollte erfahre ich, dass meine Visakarte ebenfalls gesperrt ist und ich bis auf weiteres nicht Online etwas buchen kann.
Joa und zuguter letzt funktioniert auch mein Onlinebanking von meiner österreichischen Karte nicht.
Ihr seht, es läuft alles meega. Gott sei Dank hatte meine Mama dann Zeit, um mit mir für Sage und Schreibe drei Stunden ein Skypegespräch zu führen, wo wir alles abgecheckt haben, dass hoffentlich alles bald wieder geöffnet ist und ich wieder Zugriff auf alles haben kann.
Die Banken sind meine Freunde, ebenso wie das Flughafenpersonal, das sag ich euch.
Ihr könnt also sehen, die Woche war von vielen Hochs und Tiefs geprägt und ich wusste mir manchmal einfach nicht mehr zu Helfen . Sei es mit Tommaso, oder auch mit den Banken.
Doch all diese negativen Erlebnisse wurden durch mein Wochenende kompensiert, welches für mich einfach viel mehr Wert war und mir mehr Kraft geben hat.
Die nächste Woche werde ich ein Open House von den örtlichen Pfadfindern besuchen. Da freu ich mich schon echt sooooooo dermaßen darauf. Ich bin echt schon ziemlich gespannt wie alles da läuft und abgeht.
Mein Englisch verbessert sich auch von Tag zu Tag und ich werde mir immer sicherer bei dem was ich sage
Auf baldigst,
eure Magda

Saturdays I like 
Skyline of Montreal 
Old Port